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Timo Scheider

INTERVIEW:  über die FIA-GT-Titelchancen, neue DTM- und F1-Optionen

 

(10. Nov 2005)

Scheider ein gefragter Mann
 
Wahl-Altacher feierte seinen 27. Geburtstag auf der Indoor-Kartbahn Treff in Feldkirch.
 
Von Dietmar Gasser
 
Frage: Deine Lebenspartnerin Jasmin Rubatto hat für dich ein Geburtstagsfest mit Überraschungen organisiert.
 
Scheider:
Ja, das ist ihr wirklich gelungen. Ich durfte am Donnerstag einen tollen Wellness-Tag im Bregenzerwald verbringen, wo ich mich rundum verwöhnen lassen durfte. Am Abend wurde ich unter einem Vorwand zum Einkaufen geschickt. Als ich nach Hause kam, sind plötzlich meine Freunde und Bekannten von der oberen Etage die Stiege heruntergekommen und haben mir ein Geburtstagsständchen vorgetragen und danach ging's ab in die Kart-Halle.
 
Frage: Du hast dich in der FIA-GT-Sportwagenserie auf Anhieb toll in Szene gesetzt, liegst zwei Rennen vor Schluß - zusammen mit deinem Partner Michael Bartels - nur vier Punkte hinter Wendlinger und Bertolini an dritter Stelle. Ist der Titel möglich?
 
  Scheider: Es zeichnet sich ein spannendes Finale ab. Leider hat uns die FIA kürzlich aus heiterem Himmel nochmals je 20 kg Zusatzgewicht für die fortgeschrittene Reifen- und Aerodynamikentwicklung aufgebrummt. Das gilt zwar für alle drei Maserati-Teams, also auch für Wendlinger/Bertolini, aber durch diese Maßnahme ist nun plötzlich auch noch Gabriele Gardel mit dem viel leichteren Ferrari 550 Maranello ein gefährlicher Titel-Mitstreiter geworden. Die Zusatzgewichte sind ein großer Nachteil für die Bremsen und die Reifen, dennoch hoffe ich, dass Michael Bartels und ich den Gesamtsieg noch hinkriegen.
 
Frage: Nebenbei bist du auch noch in der neuen A1-GP-Rennserie, die über den Winter läuft, für das Team Deutschland im Einsatz. Also kein Saisonende in Sicht!
 
Scheider
: Das ist richtig anstrengend, dafür bleibe ich über die sonst rennfreie Jahreszeit in Form. Aber speziell die nächsten Rennen werden extrem hart: Weil sich Adrian Sutil, mein Ersatzmann in der A1-GP-Serie, beim letzen Rennen in Australien den Daumen gebrochen hat, kann er in Malaysia nicht für mich einspringen, was ursprünglich geplant war, da sich das Rennen mit dem vorletzten FIA-GT-Lauf in Dubai überschneidet. Da jedoch die Rennen in Dubai (18. November) und Bahrain eine Woche darauf jeweils bereits am Freitag stattfinden, werde ich nun am Freitagabend sofort von Dubai nach Malaysia fliegen und dort am Samstag ins A1-GP-Trainings- und Renngeschehen eingreifen. Nach Malaysia geht es dann umgehend nach Bahrain zum FIA-GT-Finale. Da kommen also drei Rennen innert acht Tagen auf mich zu!
 
Frage: Du bist ein wahrer Allrounder. Du fühlst dich pudelwohl im Touren-, Sport- und Formel-Auto. Du bestreitest Sprint- und Langstreckenrennen. Fährst du 2006 eine zweite FIA-GT-Saison oder ist gar eine Rückkehr in die DTM denkbar?
 
Scheider:
Durch die Tatsache, dass ich vielseitig bin und heuer durch die beiden FIA-GT-Siege in Spa und Istanbul wieder im Gespräch bin, ergeben sich mehrere Optionen. Es sind DTM-Hersteller auf mich zugekommen und ich verrate nun, dass ich eigentlich stündlich einen Anruf aus dieser Richtung erwarte...
 
Frage:Die Formel 1 bleibt ein Thema?
 
Scheider:
Die Formel 1 hat sich bei mir im Hinterkopf festgesessen. Ich möchte in meiner Karriere zumindest einmal einen F1-Test absolvieren, einfach einmal einen Grand Prix-Boliden erleben. Aktuell gibt es wieder einen Denkansatz und Gespräche mit einem Neo-F1-Teamchef, der früher ein Mitarbeiter meines Managers Willi Weber war (mit Squadra Torro Rosso-Teamchef Franz Tost, Anm. der Red.) und auch Willi selbst hat mir bei einem FIA-GT-Titelgewinn einen Test bei einem bei der Maserati-Fabrik nahegelegenen F1-Team (Ferrari, Anm. der Red.) mit den Worten: "Da kriegen wir dann schon was hin" zugesagt.

 

 

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